Die einfachste Form der Rehabilitation von Wildtieren ist die Haltung in Gehegen oder Volieren, die Bewegung oder den Flug fördern. Dies sind beispielsweise Volieren deren Dach entweder ganz oder teilweise geöffnet ist. Vorzugsweise sind diese Volieren in Ihrer Höhe sehr hoch, bspw. alte Silotürme. Auf diese Weise müssen beispielsweise Turmfalken erst durch tage- bzw. wochenlanges Training ihrer Flugmuskulatur durch Flüge innerhalb der Voliere trainieren, um überhaupt sich überhaupt erst zur Ausflugsöffnung emporzuheben. Dies ist eine einfache, aber sehr effektive Methode, um den opportunistischen Vogelarten Mäusebussard, Turmfalke, Rabenkrähe und Tauben Flugmuskulatur anzutrainieren.
Für Säugetiere eignen sich gut strukturierte Gehege, die je nach Tierart Möglichkeiten zum Klettern oder Springen bieten. Auswilderungsgehege und Volieren sollten über Futterklappen verfügen, die es den Betreibern ermöglichen ohne Sichtkontakt zu füttern. Dadurch wird die Gewöhnung an den Menschen vermieden. Zur späteren Wiederauswilderung muss ausserdem eine Öffnung vorhanden sein, die man öffnen kann und den Tieren den Weg in die Freiheit ermöglicht. Am besten wird hier die Methode des "soft-release" angewendet.
Hierbei handelt es sich um eine Freilassung, die es den Tieren eine Zeit lang ermöglicht wieder in die Voliere oder das Gehege zurückzukehren, dort Schutz zu suchen oder Futter aufzunehmen. Auf diese Weise wird der Weg zurück in die freie WIldbahn sanft und mit einer "Übergangsfrist" ermöglicht, was sich positiv auf das Überleben in freier Wildbahn auswirken kann.
Die Maße solcher Einrichtungen müssen jeweils den für die Tierart festgelegten Mindestanforderungen entsprechen, welche bei den jeweiligen Veterinärbehörden zu erfragen sind.
Es werden hierzu beispielhaft verschiedene Gehege und Volieren gezeigt und deren Aussattung und Einsatzzweck beschrieben.
Für Rabenvögel, Tauben, Bussarde etc. ist eine einfache Flugvoliere mit guter Strukturierung ausreichend. Eine gute Ausstattung ermöglicht Sitzgelegenheiten in verschiedenen Höhen und fördert das Flugverhalten und den Museklaufbau. Es ist wichtig den Tieren Zugang zur Witterung zu gewähren. Eine volle Überdachung ist nicht erstrebenswert, jedoch sollten witterungsgeschützte Areale auf jeden Fall vorhanden sein. Der Aufbau ist ähnlich der Flugvoliere. Es muss eine aureichende Struktuierung und Ausstattung vorhanden sein, welche zur Bewegung und Erkundung animiert. Zugang zur Witterung und Möglichkeiten des Unterschlupfs müssen auch hier vorhanden sein
Die geöffneten Flugvolieren basieren auf dem Grundgedanken, dass Vögel eine gewisse körperliche Konstitution erreichen müssen, um aus ihnen entfliegen zu können. Aus diesem Grund stellen die Öffnungen, die nur durch eine gewisse Fluganstrengung erreicht werden können, ein bauliches Trainingsziel dar. Vertikale Flüge sind für Greifvögel mit einem hohen Kraftaufwand verbunden, der nut mittels ausreichender Flugmuskulatur bewältigt werden kann. In dieser Art der Volierenhaltung trainieren sich die Tiere immer wieder selbst und versuchen aus der Voliere auszufliegen. Dies ist besonders für Vögel wie Junge Turmfalken eine sehr gute Trainingsmethode.
Vorteile von offenen Fluganlagen:
- Vögel trainieren sich selbst
- geringer Zeitaufwand für Rehabilitatoren
- keine Gewöhnung an den Menschen
- viele Tiere können gleichzeitig "passiv" trainiert werden
- Tiere können aus- und einfliegen und werden im "soft-release" -Verfahren ausgewildert
Bauliche Methoden zur Rehabilitation sind imm dann sinnvoll, wenn möglichst effizient und zeitsparend gearbeitet werden muss. Es ist eine gute und günstige Möglichkeit Säugetiere und bestimmte Vogelarten während der Rehabilitation körperlich zu fördern und ihr Fitnessniveau zu beobachten. Für die "Hochleistungssportler" unter den Wildtieren die schnellen Flugjäger ist diese Methode allerdings nicht das Mittel der Wahl, da hier die Trainingsintensität zu gering ist und es nicht vollumfänglich möglich ist Fitness und FLugfähigkeit, welche für rasante Jagdflüge benötigt werden zu beurteilen.
Wildflug
Der Wildflug stellt eine materialsparende Alternative zur offenen Volierenhaltung dar. Wenn es keine Altvogelhorste in der Nähe gibt, können Kunsthorste oder
offene Flugboxen als Ersatz dienen. Ähnlich wie bei der offenen Volierenhaltung erlangen die meist juvenilen Greifvögel durch Flugübungen im und um den Kunsthorst oder Flugboxen Flugmukulatur und werden durch Zufütterung unterstützt.
Wichtig ist, dass die Fütterung ohne
Verknüpfung und Gewöhnung an den Menschen stattfinden kann. Dies gilt für alle baulichen Methoden der Rehabilitation.


